Was ist eigentlich ein Poetry Slam?

Ein Poetry Slam ist eine Veranstaltungsform, bei der verschiedene Künstlerinnen und Künstler mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander antreten. Oft wird auch von einem modernen Dichterwettstreit gesprochen. Tiefsinnige Lyrik ist bloß eine von vielen Facetten, die einem beim Slam erwartet. Von herzergreifenden Geschichten über charmant-witziges Storytelling mit Comedy-Touch bis hin zu salvenartigen Rap-Lyrics ist nahezu alles denkbar. Meist achten die Veranstalter auf eine ausgewogene Mischung, sodass es zu starken Stil- und Stimmungswechseln kommen kann. Ein Poetry Slam ist also immer auch ein bisschen Überraschungsei und alles andere als langweilig.

Die Regeln eines Poetry Slams

Der Abend beginnt normalerweise damit, dass die Moderatorin oder der Moderator das Publikum begrüßt und in aller Kürze die Regeln erklärt. Diese lauten:

  1. Die Texte müssen selbst geschrieben sein.
  2. Es gibt ein festes Zeitlimit (meist fünf oder sechs Minuten).
  3. Es dürfen keinerlei Requisiten oder Verkleidungen verwendet werden.
  4. Respect the poets!

Die letzte Regel geht ans Publikum und bedeutet, dass jeder der Poetry Slammerinnen oder Slammer ein gewisses Maß an Respekt und Wertschätzung für sein Antreten verdient – deswegen gehört es sich, die Künstler mit einem lautstarken Applaus zu begrüßen und während des Vortrags aufmerksam zuzuhören (oder zumindest still zu sein). Buh-Rufe sind absolut tabu. Wenn der Auftritt nicht gefällt, darf sich das anschließend gerne in einem verhaltenen Applaus und einer entsprechenden Bewertung widerspiegeln. Doch sollte dabei nicht vergessen werden, dass die Vortragssituation an sich schon Mut erfordert und dass jeder auf seine Weise zu einem runden Abend beiträgt.

Damit Ihr euch eine Vorstellung machen könnt, findet Ihr hier einige Beispiele, die uns beeindruckt haben:

„Ich bin hier, genau hier, schaut mich an!“, mit dieser Aufforderung beginnt Bahar ihren Poetry Slam, der Identität und Selbstbestimmung in reinster und stärkster Art offenbart.
Thema: Wo stehst du eigentlich? Bist du bei dir selbst? Oder bestehst du nur noch aus Erwartungen anderer an dich?

Dieser Poetry Slam von Bahar entstand bei einem Workshop von Fee, einer bekannten feministischen Poetry Slammerin in Deutschland. Ihr seht hier Fee‘s „Pick me up poem“ von 2016, dass sich an Mädchen und Frauen wendet und sie ermutigt, an sich zu glauben und zu sich zu stehen.

Das dritte Beispiel ist ein Poetry Slam von Anke Fuchs „Was wisst ihr denn schon davon?“ Hier zeigt Anke Fuchs auf wunderbare Weise, dass wir den Menschen immer nur „vor den Kopf“ gucken können. Und das jedes Verhalten seine Gründe hat. Hier findet Ihr noch den zugehörigen Poetry Clip:

Wenn Du neugierig geworden bist und gerne ausprobieren möchtest, ob Poetry Slam was für Dich ist, dann hast Du die Gelegenheit dazu bei einem Poetry Slam Workshop für Mädchen und junge Frauen in den Pfingstferien. Die spoken word Künstlerin Rebecca Heims kommt am 26. und 27. Mai nach Saarlouis. Sie hat Methoden dabei, mit denen sie alle Interessierte zum Schreiben bringt.

Hier gehts zum Flyer und zur Anmeldung