Saarländerinnen und Saarländer bei der Präsentation von „jugend erinnert“

Was nehmen junge Menschen mit nach Hause, wenn sie von einer Studienfahrt zu einem ehemaligen Konzentrationslager zurückkommen? Was haben sie während des Aufenthalts empfunden? Davon wollten sich die Bundesminister Franziska Giffey (Soziales, Familie) und Heiko Maas (Außenminister) selbst ein Bild machen.

Zur Vorstellung des neuen Bundesprogramms „jugend erinnert“, wenige Tage nach dem Holocaust-Gedenktag, luden sie Jugendliche aus fünf Bundeländern nach Berlin ein, damit diese von ihren Erfahrungen an Erinnerungsorten im In- und Ausland zu berichten konnten. Mit dabei waren fünf Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Saarland, die in den vergangenen Jahren an Gedenkstättenfahrten der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Saar (aej saar) teilgenommen hatten. Sie stellten die Erinnerungsarbeit der aej saar vor.

Nach den Präsentationen suchten die Minister Giffey und Maas rege den Austausch mit ihren Gästen. „Durch das Gespräch konnte ich auf persönlicher Ebene den Ministern mitteilen, wie wichtig der Gedenkstättenbesuch für mich war“, beschreibt der 16-jährige Leonard Merl aus Dillingen den Austausch mit den Politikern. Erst im letzten Jahr hat er das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht.

Die Erinnerung ist auch für Timo Neumann (25) weiterhin präsent, auch wenn sein Aufenthalt in Auschwitz schon länger zurück. „Der heutige Tag war für mich ein starkes Symbol dafür, was Gedächtnisfahrten in den Leben eines jeden einzelnen verändern und wie wichtig sie auch für das Menschenbild einer ganzen Generation werden können.“

In Zukunft könnten mehr Jugendlichen Gedenkstättenfahrten ermöglicht werden. Denn mit dem Programm „Jugend erinnert“ will die Bundesregierung Maßnahmen der Erinnerungsarbeit deutlich stärker als bisher fördern. 2,5 Millionen Euro stehen nach Information des Familienministeriums ab sofort dafür bereit, davon eine Millionen für außerschulische Studienfahrten zu ehemaligen Konzentrationslagern im In- und Ausland. Im Saarland bietet die aej saar regelmäßig solche Fahrten an: unter anderem nach Auschwitz, Buchenwald oder auch Tagesfahrten zu den Gedenkstätten Natzweiler-Struthof im Elsass oder Hinzert im Hunsrück.

Rieke Eulenstein

Informationen zur Gedenkstättenpädagogik der aej saar