1933 – 2013

80 Jahre danach gedacht
Am 30. Januar 1933 erfolgte keine “Machtergreifung”, wie die Nazis stolz verkündeten, sondern die “Machtübergabe” durch “Hitlers willige Helfer”. Denn um die Jahreswende 1932/33 befand sich die Nazibewegung in einer ernsthaften Krise. Aber einflussreiche Kreise der Schwerindustrie, der Banken, der Reichswehr, der Großgrundbesitzer und die Hetzpresse des Medienzars Hugenberg nutzten die 1929 beginnende Wirtschaftskrise zum Sturmangriff auf SPD und Gewerkschaften. Wegen ihrer Sozialpolitik klagten sie diese als Urheber der Krise an.

  • 4.Januar Treffen in der Villa des Bankiers Kurt Freiherr von Schröder zwischen Hitler und Franz von Papen zu Vereinbarung einer gemeinsamen Machtübernahme. Weitere Gespräche unter Einbeziehung des Staatssekretärs des Reichspräsidenten und des Sohnes von Hindenburg.
  • 30.Januar Machtübertragung durch die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg
  • 20. Februar Geheimtreffen von Hitler mit Industriellen wegen finanzieller Wahlkampfunterstützung
  • 27. Februar In der Nacht zum 28. Februar brennt das Reichstagsgebäude in Berlin: Marinus van der Lubbe wird zum Schuldigen erklärt. Repressalien und Verhaftungen sind die Folge; Grundrechte werden aufgehoben
  • 3. März Ernst Thälmann, Vorsitzender der KPD, wird verhaftet
  • 15. März die KPD wird verboten.
  • 21. März das Konzentrationslager Dachau wird errichtet
  • 23. März beschließt der Reichsrat das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, das der Regierung Hitler quasi diktatorische Vollmachten überträgt. = Ermächtigungsgesetz
  • 31.März Das KZ Wittmoor in Hamburg wird eröffnet
  • 1. April Durch die Nationalsozialisten organisierter Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen.
  • 7. April „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, kurz Berufsbeamtengesetz, erlaubte es den nationalsozialistischen Machthabern, jüdische und politisch missliebige Beamte aus dem Dienst zu entfernen.
  • 26. April: Ein Erlass des kommissarischen preußischen Innenministers Hermann Göring führt zur Bildung des Geheimen Staatspolizeiamtes, der Keimzelle der später auf das gesamte Reich ausgeweiteten Gestapo
  • 2. Mai: Die Gewerkschaften werden in Deutschland verboten. Die SA besetzt Gewerkschaftshäuser und verhaftet Mitglieder.
  • 10. Mai: Die Nationalsozialisten verbrennen auf dem Opernplatz in Berlin 20.000 Bücher missliebiger Autoren (Bücherverbrennung).
  • 21. Juni: SA-Leute beginnen den Terror der Köpenicker Blutwoche. Am Folgetag wird der SPD von den Nationalsozialisten deutschlandweit jede Betätigung verboten.
  • 22. September: Die Reichskulturkammer wird als Instrument der nationalsozialistischen Kulturpolitik per Gesetz gegründet. Es beginnt die Gleichschaltung aller Bereiche des Kulturlebens.
  • 14. Oktober: Joseph Goebbels erklärt den Austritt des Deutschen Reichs aus dem Völkerbund. Zugleich verlässt Deutschland die Genfer Abrüstungskonferenz
2015-01-26T13:11:26+00:00 21.01.2013|Nationalsozialismus|